Zimmer im Freien

Die Freiräume beider Doppelhaushälften wurden neugestaltet.

Das Ziel der Neugestaltung ist eine Verlagerung häuslichen Lebens in den Freiraum zu ermöglichen. Dazu wurden aufgrund der relativ geringen Grundstücksgrößen Wände, wie im Inneren des Hauses, notwendig.

Die Privatsphäre wird mit Mauern und der Holz-Sichtschutzkonstruktion gewährleistet, die zugleich vor Wind schützen. Eine Überkopfverglasung konnte in die Holz-Sichtschutzkonstruktion integriert werden, die eine kleine abgerückte Nisch vor Wind und Wetter schützt.

In diesem Fall ist ein Kontakt zwischen den Bewohnern der jeweiligen Doppelhaushälften durchaus erwünscht, nur der Hauptsitzbereich unmittelbar am Haus ist separiert.

Zurückhaltend und doch mit Spannung

Der Doppelhaushälften-Garten wurde im Kontext zur schlichten Architektur mit zurückhaltenden Gestaltungsmitteln konzipiert, ohne dabei auf spannende Kontraste zu verzichten.

Eine Sichtschutzkonstruktion aus Holz mit Sichtbetonsockel schützt den Freiraum. Mit geschnittenen Hecken aus Kirschlorbeer werden die Seiten des kleinen Gartens zäsiert.

Die unterschiedlichen Ebenen der Terrassenflächen aus Beton-Platten sorgen für Bewegtheit.

Ein großformatiges Wasserbecken und ein dachförmig gezogener Baum "wachsen" aus einer Rieselfläche. Das Becken ist der Solitär in dem Gartenraum und zieht die Blicke auf sich. Der Baum spendet natürlichen Schatten. Am Ende des Gartens kontrastiert eine blühende Stauden- und Gräserpflanzung die Schlichtheit Architektur.

Frosch-Perspektive

Während der Ausführung des nachstehend beschriebenen Gartens sind wir mit der Gartengestaltung der anderen Hälfte des Doppelhauses in Mehring betraut worden.

Anlaß für die Neugestaltung war der Bau eines Wintergartens.

Nach den ersten Gesprächen kristallisierte sich ein schlichtes, aber in seiner scheinbaren Einfachheit mutiges Konzept heraus: ein Stück der vorhandenen Zufahrt wird rückgebaut; Schutz für den transparenten Wintergarten wird mit einer freistehenden Mauer, die mit Pfeiler aufgelöst wird erzielt; Auflockerung mit Kletterpflanzen. Den Rest des "übrigen" Gartenraumes wird zum Holzdeck, aus dem ein lichtschattiger, sommergrüner Baum und ein Tisch "wächst".

Der Tisch hat einen Fußraum und ermöglicht ein Sitzen/Lümmeln/Gammelnmit einem faszinierendem Perspektivenwechsel auf den Gartenraum. Natürlich ist der Tisch ausreichend stabil konstruiert, um beispielsweise darauf zu liegen oder sitzen.

Idee siegt über technische Notwendigkeit

Der ca. 50 m² große Garten einer Doppelhaushälfte in Mehring wurde von einer technisch notwendig, frei zugänglichen und sichtbaren Abdeckung eines unterirdischen Gastankes negativ beeinfußt.

Der Gastank war der vermeintliche Mittelpunkt des Gartenraumes.

Die Idee einer Kommunikationsplattform aus Holz, die auf Metallschienen verschoben werden kann, bildet nun den Mittelpunkt des Gartens:  Befüllung oder Kontrolle des Gastankes sind gewährleistet.

Eine Pergola mit integrierten Architekturseilen wird von immergrünen Kletterpflanzen und einem Wein berankt.

Pflegleichte Stauden sorgen Blickfänge.

"Weniger ist mehr" (Ludwig Mies van der Rohe)

Schlichte, minimalistische Interpretation eines Doppelhaushälften-Gartens im Spannungsfeld zwischen Nachbarn, Erschließungsstraße und Wohnraum im Freien.

Künstliche Bewegtheit

Der Anbau eines Wintergartens  war der Auslöser für die Umgestaltung des Gartens. Zusammen mit dem Bauherrn wurde entschieden, anfalllenden Aushub auf dem Grundstück zu belassen, um so  Bewegtheit und Dynamik im vormals langweiligen Gartenraum zu ermöglichen.

Tatsächlich wirkte sich die künstliche Veränderung positiv im Sinne einer anzustrebenden Behaglichkeit und Schutzbedürftigkeit aus.